Die Freie Wohlfahrtspflege Bayern umfasst die Gesamtheit aller sozialen Hilfen, die auf freigemeinnütziger Grundlage und in organisierter Form in Bayern geleistet werden. Die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege Bayern sind aufgrund ihrer Leistungen für das Gemeinwesen ein wichtiger Bestandteil des Sozialstaates. Das soziale Netz würde ohne diese Arbeit zerreißen.

In den Einrichtungen und Diensten der Wohlfahrtsverbände sind allein in Bayern rund 455.000 hauptamtliche und ca. 136.500 ehrenamtliche Mitarbeitende beschäftigt. Die Wohlfahrtsverbände sind föderalistisch strukturiert, d. h., die Gliederungen und Mitgliedsorganisationen sind überwiegend rechtlich selbstständig. Sie haben sich in sechs Landesverbänden der Freien Wohlfahrtspflege zusammengeschlossen.

Arbeiterwohlfahrt Landesverband Bayern e.V.

Die soziale Stimme in Bayern

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Bayern ist ein überparteilicher und überkonfessioneller Wohlfahrtsverband. Seit ihrer Gründung im Jahr 1919 steht die AWO für Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit. Die AWO in Bayern setzt sich im ganzen Freistaat dafür ein, das Wir zu stärken. Als soziale Stimme Bayerns meldet sie sich auf allen politischen Ebenen zu Wort und gestaltet mit. Dabei steht das Ziel im Vordergrund, Rahmenbedingungen zu schaffen, die allen Menschen ein selbstbestimmtes und zufriedenes Leben ermöglichen. Und dafür zu sorgen, dass es in unserer Gesellschaft keinen Platz für Diskriminierung gibt. Dass Menschen nicht aufgrund ihrer Herkunft, ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung, ihres Alters, ihrer Religion, ihrer Einkommenssituation oder aus welchen Gründen auch immer ausgegrenzt werden.

Als Alltagshelferin ist die AWO in ganz Bayern für alle da, die aufgrund ihrer aktuellen Lebenssituation Unterstützung und Hilfe suchen – für Senior*innen, Kinder, Familien, für Menschen mit und ohne Behinderung, mit und ohne Migrationshintergrund. Und sie bietet allen Menschen die Möglichkeit, sich als Mitglied und/oder im Haupt- und Ehrenamt aktiv für ein Miteinander und für Demokratie einzusetzen.

Bayerisches Rotes Kreuz

Neutral im Zeichen der Menschlichkeit

Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) rettet Menschen, hilft in Not, bietet Gemeinschaft, steht Armen und Bedürftigen bei und wacht über das humanitäre Völkerrecht – in Bayern und weltweit.

Das BRK ist Teil einer weltweiten Gemeinschaft von Menschen in der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung, die Opfern von Konflikten und Katastrophen sowie grundsätzlich jedem Menschen ohne Ansehen von Nationalität, Rasse, Religion, Geschlecht, sozialer Stellung oder politischer Überzeugung Hilfe leistet. Die Grundsätze der Rotkreuz-Gemeinschaft sind Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität.

Das Bayerische Rote Kreuz ist einer von 19 Landesverbänden im Deutschen Roten Kreuz. Aus historischen Gründen ist er als einziger Landesverband nicht als eingetragener Verein, sondern als Körperschaft des öffentlichen Rechts organisiert.

Deutscher Caritasverband Landesverband Bayern e.V.

Not sehen und handeln

Not sehen und handeln – nach diesem Motto ist der Caritasverband in Bayern seit über 100 Jahren aktiv. Unabhängig von der Herkunft, dem Status oder der Religion der Menschen steht er den Menschen in ihren jeweiligen Lebenssituationen bei. Die Caritas handelt als Verband der katholischen Kirche und sieht sich dem Gebot der christlichen Nächstenliebe verpflichtet.

Wie gelingt ein menschenwürdiges Leben für alle Menschen? Unter dieser Leitfrage versteht sich die Caritas als Anwalt jener Menschen, deren Stimme nicht gehört wird, als Solidaritätsstifter in der Gesellschaft und als sozialer Dienstleister, der den Staat in allen Bereichen der Daseinsfürsorge unterstützt. Vor diesem Hintergrund nimmt sie Stellung zu sozialpolitischen, ethischen und theologischen Fragen.

»Caritas« ist lateinisch und bedeutet im Deutschen unter anderem »Liebe«, »Hochachtung« oder »Nächstenliebe«.

Diakonisches Werk Bayern e.V.

Die Anwältin der Schwachen

Die Diakonie ist die soziale Arbeit der evangelischen Kirchen. Sie versteht ihren Auftrag als gelebte Nächstenliebe und setzt sich für Menschen ein, die am Rande der Gesellschaft stehen, auf Hilfe angewiesen oder benachteiligt sind.

Grundlage ihres Handelns ist das christliche Menschenbild: Der Mensch hat als Geschöpf Gottes eine unver- äußerliche Würde, er ist wertvoll, unabhängig von seiner wirtschaftlichen oder schöpferischen Leistungsfähigkeit. Die Diakonie will sich seiner Probleme annehmen und gemeinsam mit ihm nach Lösungen suchen.

Dieses Selbstverständnis spiegelt sich auch im Wort »Diakonie« wider: Im Altgriechischen bezeichnet diakonia alle Aspekte des Dienstes am Nächsten.

Paritätischer Wohlfahrtsverband, Landesverband Bayern e.V.

Gemeinsam handeln: Für ein soziales und vielfältiges Bayern

Der Paritätische in Bayern ist einer der sechs Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege mit eigenständigen Organisationen und Einrichtungen.

Der Verband setzt sich für eine vielfältige, offene und sozial gerechte Gesellschaft ein, in der alle Menschen gleichberechtigt teilhaben und selbstbestimmt leben können. Der Verband ist parteipolitisch und konfessionell unabhängig und an keine Weltanschauung gebunden.

Der Paritätische in Bayern vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen und Familien, von alten Menschen und Menschen mit Behinderungen, von Frauen, von zugewanderten und geflüchteten Menschen, von Menschen mit unterschiedlichen Erkrankungen und in unterschiedlichen Lebenslagen. Der Verband fördert das soziale Engagement für andere und die Selbsthilfe. Er hilft den Betroffenen, ihre Interessen zu formulieren, vorzutragen und durchzusetzen. Dabei lässt er sich von seinen Grundprinzipien Vielfalt, Offenheit und Toleranz sowie dem Gedanken der Parität leiten: Jeder Mensch ist wertvoll. Jeder Mensch ist gleich viel wert.

Der Paritätische in Bayern macht auf soziale Probleme aufmerksam und regt politische, gesetzliche und gesellschaftliche Lösungen an. Der Verband informiert, berät und vernetzt seine Mitgliedsorganisationen. Er bündelt deren Interessen und vertritt diese gegenüber der Politik, Ministerien und Behörden auf Kommunal-, Bezirks- und Landesebene sowie in anderen sozialpolitischen Zusammenhängen, z. B. gegen- über Arbeitsagenturen und Sozialversicherungsträgern.

Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern

Zedaka

Der Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern ist der Sozialverband der jüdischen Gemeinden in Bayern.

Grundlage und Auftrag ist das Leitbild der Zedaka das jü- dische Verständnis von Wohltätigkeit. »Wenn ein Armer in deiner Mitte ist, so verhärte nicht dein Herz und verschließ nicht deine Hand vor deinem armen Bruder. Geben sollst du ihm wiederholt und dein Herz sei nicht böse, wenn du ihm gibst.« (5. Buch Mose, Dtn, 15,7)

Die Jüdische Wohlfahrtspflege in Bayern ist dem Dachverband der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland angeschlossen und nimmt auf Landesebene die Aufgaben wahr, die sich aus dem jüdischen Verständnis von Wohlfahrtspflege ergeben.

Er ist damit als Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege in Bayern organisiert und nimmt gemeinsam mit den anderen Verbänden die Aufgaben des Sozialanwalts der jüdischen Bevölkerung wahr.